Bitte diese Anleitung sorgältig lesen. Ich übernehme keinerlei Gewähr für Datenverlust oder sonstige Schäden.



Mein kleiner Heimserver ist zwar schnuckelig, aber er hat mir mit dem bisher eingesetzten Celeron zu viel Strom verbraucht. Aus diesem Grund bin ich nun auf einen Atom-Prozessor umgestiegen. D.h. neues Board, neue CPU, … Der Hardwaretausch funktionierte problemlos, der Gentoo Kernel möchte jedoch erst einmal angepasst werden. Zwischenzeitlich habe ich nun aber doch einige Daten aus meinem Software RAID 1 benötigt. Was also tun, wenn das System von sich aus (noch) nicht hochfährt??? Ich habe eine Gentoo Live CD von einem USB-Stick gestartet und mein RAID in dieser Live-Variante wieder zum Leben erweckt!

Zur Prüfung, welche Festplatten ins RAID gehören, kann man sich erst einmal alle Laufwerke aufführen lassen:

fdisk -l



Hier ein Ausschnitt aus dem Ergebnis in meinem Fall:

Disk /dev/sda: 8019 MB, 8019099648 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 974 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Disk identifier: 0×001c2022

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 * 1 5 40131 83 Linux
/dev/sda2 6 130 1004062+ 82 Linux swap / Solaris
/dev/sda3 131 974 6779430 83 Linux

Disk /dev/sdb: 1500.3 GB, 1500301910016 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 182401 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Disk identifier: 0×2e3b6f6f

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sdb1 1 182401 1465136001 fd Linux raid autodetect

Disk /dev/sdc: 1500.3 GB, 1500301910016 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 182401 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Disk identifier: 0×14ba3b49

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sdc1 1 182401 1465136001 fd Linux raid autodetect



Die beiden Festplatten, die das System “Linux raid autodetect” aufweisen, gehören zum RAID. MIt einem weiteren Befehl erhält man nun weitere Informationen zu festplattenspezifische Informationen über das RAID. Unter anderem erhält man so auch die Information über die Position der HDD im RAID, die noch einmal benötigt wird:

mdadm -E /dev/sdc1



Hier das Ergebnis, bei ich in der dritlletzten Zeile (beginnend mit “this …”) die Position sehe:

/dev/sdc1:
Magic : a92b4efc
Version : 0.90.00
UUID : df853d86:808e1c82:d3a16139:3b725b61
Creation Time : Wed Jul 21 21:58:01 2010
Raid Level : raid1
Used Dev Size : 1465135936 (1397.26 GiB 1500.30 GB)
Array Size : 1465135936 (1397.26 GiB 1500.30 GB)
Raid Devices : 2
Total Devices : 2
Preferred Minor : 1

Update Time : Thu Jul 22 23:28:20 2010
State : clean
Active Devices : 2
Working Devices : 2
Failed Devices : 0
Spare Devices : 0
Checksum : 836db8d - correct
Events : 36

Number Major Minor RaidDevice State
this 1 8 33 1 active sync /dev/sdc1

0 0 8 17 0 active sync /dev/sdb1
1 1 8 33 1 active sync /dev/sdc



Sind nun alle Informationen gesammelt, kann man mit der Wiederherstellung beginnen. Dazu sollte man zuerst einmal ein neues “Device” angelegen, in dem später das RAID laufen soll:

mknod /dev/md0 b 9 1



Die Wiederherstellung des Software RAIDs funktioniert nun mit folgendem Befehl (-C = Create, -l1 = RAID1, -n2 = Anzahl der Festplatten). Hier ist es nun wichtig die einzelnen Festplatten in der Reihenfolge wie es die zuvor ermittelte Position vorgibt! Bei der Ausführung dieses Befehls, wird man nun gefragt, ob das RAID erstellt werden soll. Diese Abfrage bestätigt man mit “y”.

mdadm -C -l1 -n2 /dev/md0 /dev/sdc1 /dev/sdd1



Im Endeffekt war es das nun schon. Der Status des RAIDs kann nun folgendermaßen geprüft werden. In meinem Fall haben sich die Platten erst einmal synchronisiert, was ein Weilchen gedauert hat. Nichts desto trotz kann man das RAID nun schon benutzen und dieses wie gewohnt mounten.

cat /proc/mdstat

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